Der Nürnberger IT-Dienstleister DATEV weist auf seiner Statusseite seit heute Mittag auf eine Störung seiner Anwendungslandschaft hin. Detaillierte Angaben zur Art der Störung oder zum betroffenen Nutzerkreis machte das Unternehmen bis Redaktionsschluss nicht. Leserhinweise bestätigen jedoch, dass die Auswirkungen real und breit spürbar sind.
Update — 1. Mai 2026
DATEV hat den Vorfall offiziell bestätigt und die Ursache benannt: Eine Komponente, die die geregelte Kommunikation zwischen Anwendungen im Rechenzentrum Classic steuert, hat versagt. Die technischen Teams konnten das Problem um 17:11 Uhr beheben. Laut DATEV bestand zu keinem Zeitpunkt ein Sicherheits- oder Datenschutzrisiko. Die am 28. April aufgegebenen Aufträge wurden nach eigenen Angaben überwiegend verarbeitet; DATEV empfiehlt, die Einreichungsrückmeldungen im Übersichtssystem zu prüfen. In Absprache mit dem Komponentenhersteller sollen Maßnahmen folgen, um vergleichbare Ausfälle künftig zu verhindern.
Verlauf der Störung
In einem Thread der DATEV-Community dokumentiert ein Mitarbeiter den Verlauf seit dem frühen Nachmittag:
| Zeit | Status |
|---|---|
| ca. 13:00 | Erste Meldung der Störung in der Community |
| 14:55 | Ursachenforschung läuft, noch keine Eingrenzung |
| 15:30 | Problem offenbar eingegrenzt |
| 16:30 | Behebung dauert an, kein konkreter Zeitrahmen |
| 17:30 | „Der Knoten im RZ scheint sich zu lösen“ – Anwendungen laufen wieder an |
| 17:11 | Störung offiziell behoben — alle Dienste wieder vollständig verfügbar |
| Abend | DATEV bestätigt Ursache: defekte Kommunikationskomponente im RZ Classic, kein Datenschutzrisiko, Aufträge überwiegend verarbeitet |
Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über die Community-Plattform, nicht über offizielle Pressekanäle. Was genau den Ausfall ausgelöst hat – ob ein technischer Defekt, ein Konfigurationsfehler oder ein Sicherheitsvorfall – bleibt offen.
Zwei Dienste im Rechenzentrum-Status als gestört markiert
DATEV betreibt eine öffentliche Statusseite für sein Rechenzentrum. Der aktuelle Stand zum Zeitpunkt der Meldung:
- Gesamtstatus (RZ): 260 von 262 Diensten regulär
- DATEV SmartTransfer [gestört]: Keine Dokumente seit 10:51 Uhr
- Finanzbuchführung [Warnung]: Automatisierungsservices gestört seit 14:57 Uhr
Auffällig: SmartTransfer ist seit kurz vor 11 Uhr betroffen – also bereits rund zwei Stunden, bevor die breite Störung sichtbar wurde. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.
Einordnung: Kein Einzelfall
DATEV hatte zuletzt im Januar 2025 mit einem schwerwiegenden Vorfall zu kämpfen. Bei einem Reparaturversuch am Lohnabrechnungssystem Lodas kam es zu einem Datenschutzvorfall: Dokumente mit Mandantendaten wurden wahllos an fremde Kanzleien und Unternehmen ausgeliefert statt an die jeweiligen Auftraggeber. Auslöser war ein Rückstau bei Probeabrechnungen, den ein Fix nicht korrekt aufgelöst hatte.
Der heutige Vorfall ist in seiner Art noch nicht vergleichbar bewertet – aber er reiht sich in eine Serie von Verfügbarkeitsproblemen ein, die für einen Anbieter dieser Systemkritikalität Fragen zur Resilienz aufwerfen.
Für Steuerkanzleien, Buchhaltungsabteilungen und Lohnabrechnungsteams, die täglich auf DATEV-Systeme angewiesen sind, sind solche Ausfälle operativ direkt spürbar – besonders an Tagen mit Fristen oder Periodenabschlüssen. DATEV-Systempartner in Düsseldorf kennen diese Abhängigkeit aus der täglichen Betreuungspraxis unserer Kunden.
Was noch fehlt
Offen bleiben bis jetzt: die genaue Fehlerursache, der vollständige Umfang der betroffenen Systeme und Mandanten sowie eine offizielle Stellungnahme außerhalb der Community. DATEV hat angekündigt, gegen 18:45 Uhr ein weiteres Update zu veröffentlichen. Wir aktualisieren diesen Beitrag sobald neue Informationen vorliegen.
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