Alter und neuer Windows-11-PC nebeneinander, dazwischen ein rotes Kreuz und der Hinweis, dass die lokale PC-zu-PC-Migration nicht mehr verfügbar ist

Windows 11: Microsoft beendet lokale PC-zu-PC-Migration – Folgen für Unternehmen

Microsoft hat die direkte PC-zu-PC-Migration in Windows 11 wieder entfernt. Die Funktion sollte Dateien und Einstellungen beim Wechsel auf einen neuen Rechner direkt über das lokale Netzwerk übertragen. Mit dem Vorschauupdate KB5124010 für Windows 11 24H2 und 25H2 ist diese Möglichkeit nicht mehr verfügbar. Für Unternehmen bedeutet das: Gerätewechsel sollten nicht auf eine einzelne Windows-Komfortfunktion gestützt werden, sondern geplant und mit einem passenden Migrationsverfahren durchgeführt werden.

Was hat Microsoft bei der Windows-11-Migration geändert?

Mit KB5124010 vom 22. September 2026 weist Microsoft darauf hin, dass die Funktion „PC-to-PC Migration“ nicht mehr verfügbar ist. Sie war schrittweise eingeführt worden und sollte beim Einrichten eines neuen Windows-PCs Dateien und ausgewählte Einstellungen direkt vom alten Gerät übernehmen.

Die Übertragung erfolgte zwischen zwei Rechnern im selben WLAN oder LAN. Nach der Kopplung konnten Dateien und Einstellungen ausgewählt und auf den neuen PC übertragen werden. Installierte Anwendungen, gespeicherte Kennwörter und bereits in OneDrive vorhandene Dateien wurden nicht übertragen. Bei BitLocker-verschlüsselten Laufwerken mussten die betreffenden Laufwerke vor der Übertragung entschlüsselt werden.

Microsoft verweist nun auf „Windows-Sicherung“, beziehungsweise Windows Backup, als Alternative.

Was ist ein Vorschauupdate?

KB5124010 ist ein optionales, nicht sicherheitsrelevantes Vorschauupdate. Solche Updates dienen unter anderem dazu, Änderungen vor dem regulären monatlichen Sicherheitsupdate bereitzustellen und zu testen. Microsoft beschreibt, dass Inhalte aus diesen Vorschauupdates üblicherweise in ein folgendes monatliches Sicherheitsupdate einfließen.

Für Unternehmen ist die Änderung deshalb auch dann relevant, wenn optionale Vorschauupdates intern nicht installiert werden. Die Update- und Migrationsplanung sollte berücksichtigen, dass die lokale PC-zu-PC-Funktion nicht mehr als dauerhaft verfügbare Methode eingeplant werden kann.

Warum ist die entfernte PC-zu-PC-Migration für Unternehmen relevant?

Ein Arbeitsplatzwechsel besteht in Unternehmen selten nur daraus, einige Dokumente zu kopieren. Je nach Umgebung müssen Benutzerdateien, Programme, Browserdaten, Drucker, Zertifikate, Fachanwendungen, Netzlaufwerke, E-Mail-Profile und individuelle Einstellungen berücksichtigt werden.

Die inzwischen entfernte Windows-Funktion hätte zumindest einen Teil dieses Vorgangs vereinfacht, weil Dateien innerhalb des lokalen Netzes direkt von einem Gerät auf das andere übertragen werden konnten. Das war insbesondere dort interessant, wo größere Datenmengen nicht zunächst über einen Cloudspeicher übertragen werden sollten.

Der Wegfall ist daher weniger ein akutes Sicherheitsproblem als eine organisatorische Änderung. Unternehmen sollten vor einem Hardwaretausch festlegen, welche Daten und Einstellungen übernommen werden müssen und über welchen technischen Weg dies erfolgt.

Ist Windows Backup ein gleichwertiger Ersatz?

Für klassische Unternehmensumgebungen nur eingeschränkt.

Die von Microsoft für private Geräte beschriebene Windows-Sicherung ist auf persönliche Microsoft-Konten ausgerichtet. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Arbeits- oder Schulkonten für diese Variante der Windows-Backup-App derzeit nicht unterstützt werden. Dateien können über OneDrive gesichert werden; zusätzlich lassen sich bestimmte Windows-Einstellungen und Informationen zu Apps speichern.

Damit unterscheidet sich Windows Backup grundsätzlich von einer direkten lokalen Übertragung zwischen zwei PCs. Auch die Anforderungen an Internetanbindung, Cloudspeicher und Kontenmodell sind andere.

Microsoft bietet eine separate Lösung für verwaltete Unternehmensgeräte

Für Organisationen gibt es mit „Windows settings backup and restore“, zuvor „Windows Backup for Organizations“, eine eigene Funktion. Sie richtet sich an verwaltete Windows-Geräte und kann unter anderem Windows-Einstellungen sowie Informationen zu Microsoft-Store-Apps sichern und auf geeigneten Geräten wiederherstellen.

Auch diese Funktion ersetzt jedoch nicht automatisch eine vollständige Arbeitsplatzmigration. Geschäftsdaten, lokal installierte Fachsoftware oder herstellerspezifische Anwendungen müssen weiterhin separat betrachtet werden.

Was sollten Unternehmen bei einem PC-Wechsel jetzt beachten?

Entscheidend ist, die Migration nicht erst beim Einschalten des neuen Rechners zu planen. Vor dem Austausch sollte geklärt werden, wo geschäftliche Daten gespeichert sind, welche Programme benötigt werden und welche Konfigurationen für den Mitarbeiter relevant sind.

Bei zentral verwalteten Umgebungen können OneDrive, SharePoint, Netzlaufwerke, Geräteverwaltung und automatisierte Softwarebereitstellung viele Schritte vereinfachen. In anderen Umgebungen kann eine gesicherte Übertragung über ein externes Laufwerk oder ein geeignetes Migrationswerkzeug sinnvoller sein. Microsoft nennt neben OneDrive ausdrücklich auch externe Speichermedien als Möglichkeit für die Dateiübertragung.

Welche Variante passt, hängt von der Datenmenge, dem Schutzbedarf, der vorhandenen Microsoft-365- beziehungsweise Server-Infrastruktur und den eingesetzten Fachanwendungen ab.

Besonders bei Kanzleien, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sollte vor einer Cloudübertragung geprüft werden, ob die vorgesehene Speicher- und Kontokonfiguration zu den internen Datenschutz-, Sicherheits- und Aufbewahrungsvorgaben passt. Das gilt nicht nur für Microsoft-Dienste, sondern grundsätzlich für jeden externen Speicherweg.

Eine Datenkopie ist noch keine vollständige Migration

Ein häufiger Fehler bei Arbeitsplatzwechseln ist die Annahme, dass nach dem Kopieren des Benutzerordners alles erledigt ist. Fachprogramme benötigen häufig eine Neuinstallation oder eine gezielte Übernahme von Konfigurationsdaten. Hinzu kommen je nach Arbeitsplatz Lizenzierungen, E-Mail-Konfigurationen, VPN-Zugänge, Drucker, Scanner, Zertifikate oder spezielle Schnittstellen.

Eine saubere Migration sollte deshalb vorab dokumentieren, was auf dem Altgerät vorhanden ist, welche Daten gesichert wurden und welche Funktionen auf dem neuen Gerät getestet werden müssen.

Welche Alternativen zur lokalen Windows-PC-Migration gibt es?

Microsoft nennt für den Wechsel auf einen neuen Rechner unter anderem OneDrive und externe Speichermedien. In Unternehmen kommen je nach Infrastruktur weitere Verfahren hinzu.

Für standardisierte Arbeitsplätze bietet sich eine zentral gesteuerte Bereitstellung an: Der neue PC wird mit den benötigten Richtlinien, Anwendungen und Konten eingerichtet, während Benutzerdaten aus zentralen Speicherorten wieder eingebunden werden. Bei einzelnen oder technisch komplexen Arbeitsplätzen kann dagegen eine individuell vorbereitete Migration sinnvoll sein.

Wichtig ist, vorab zu prüfen, ob ausschließlich Dateien oder auch Einstellungen, Anwendungsdaten und lokale Datenbanken übernommen werden müssen. Eine allgemeingültige Migrationsmethode gibt es dafür nicht.

FAQ zur abgeschafften PC-zu-PC-Migration in Windows 11

Kann ich Dateien unter Windows 11 noch direkt von einem alten auf einen neuen PC übertragen?

Ja. Dateien lassen sich weiterhin beispielsweise über Netzlaufwerke, externe Datenträger oder andere Übertragungswege kopieren. Entfernt wurde die von Microsoft in Windows integrierte PC-zu-PC-Migrationsfunktion für die Einrichtung eines neuen Rechners.

Betrifft die Änderung Windows 11 24H2 und 25H2?

Ja. Microsoft dokumentiert die Entfernung im Vorschauupdate KB5124010 für Windows 11 24H2 und 25H2.

Muss für Windows Backup ein Microsoft-Konto verwendet werden?

Die von Microsoft für Verbraucher beschriebene Windows-Backup-App setzt ein persönliches Microsoft-Konto voraus. Arbeits- und Schulkonten werden für diese Variante laut Microsoft derzeit nicht unterstützt.

Werden installierte Programme automatisch auf den neuen PC übertragen?

Nein. Bereits bei der bisherigen PC-zu-PC-Migration wurden installierte Anwendungen nicht übertragen. Bei einem Gerätewechsel müssen Programme daher separat bereitgestellt beziehungsweise installiert und anschließend konfiguriert werden.

Ist OneDrive für eine Unternehmensmigration zwingend erforderlich?

Nein. OneDrive ist eine mögliche Lösung, aber nicht die einzige. Je nach IT-Umgebung können zentrale Dateidienste, externe Speichermedien, Managementlösungen oder spezielle Migrationsverfahren eingesetzt werden.

Was sollte vor dem Austausch mehrerer PCs geprüft werden?

Vor allem Datenablage, Fachanwendungen, Benutzerprofile, Lizenzen, Zugänge und benötigte Peripherie sollten erfasst werden. Zusätzlich sollte feststehen, wie Daten gesichert, übertragen und anschließend kontrolliert werden.

Fazit

Mit KB5124010 nimmt Microsoft die lokale PC-zu-PC-Migration aus Windows 11 wieder zurück. Für private Einzelgeräte lässt sich ein Teil der Aufgabe über Windows Backup und OneDrive abdecken. In Unternehmen ist die Situation differenzierter, weil persönliche Microsoft-Konten häufig nicht zum vorgesehenen Betriebskonzept gehören und ein Arbeitsplatz wesentlich mehr umfasst als Dokumente und Windows-Einstellungen.

Wer Rechner regelmäßig erneuert, sollte deshalb einen reproduzierbaren Migrationsprozess definieren. Ein IT-Systemhaus kann dabei Altgeräte inventarisieren, Daten und Anwendungen einordnen, die geeignete Übertragungsmethode auswählen und den neuen Arbeitsplatz vor der Übergabe technisch prüfen.

Sie planen einen Gerätewechsel oder tauschen mehrere Arbeitsplätze aus? Wir inventarisieren Ihre Altgeräte, ordnen Daten und Anwendungen ein und prüfen den neuen Arbeitsplatz vor der Übergabe. Rufen Sie uns an unter 0211 9779958 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Quellen und weiterführende Informationen

Über den Autor

Klaus Stüber – Geschäftsführer & IT-Sicherheitsexperte. Er leitet das IT-Systemhaus Stüber Computer in Düsseldorf seit 1992. Schwerpunkte: IT-Sicherheit, DATEV-Systembetreuung und Netzwerktechnik. Fragen? Kontakt aufnehmen.

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