Monitor mit Sicherheitsalarm zum Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung, daneben eine Nachrichtenmeldung dazu

Cyberangriff auf Berliner Verwaltung: Was Unternehmen daraus für ihre IT-Sicherheit lernen sollten

Ein aktueller Cyberangriff auf Teile der Berliner Verwaltung zeigt, wie schnell ein IT-Sicherheitsvorfall den normalen Arbeitsbetrieb beeinträchtigen kann. Für Unternehmen, Kanzleien, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil viele Geschäftsprozesse heute unmittelbar von funktionierenden Netzwerken, E-Mail, Fachanwendungen und Datenzugriffen abhängen.

Entscheidend ist dabei nicht, einzelne technische Details des Angriffs auf andere Organisationen zu übertragen. Diese sind noch Gegenstand der Untersuchungen. Der Vorfall zeigt vielmehr, warum IT-Sicherheit, Firewall, Antivirus beziehungsweise Endpoint-Schutz und eine funktionierende Datensicherung zusammen betrachtet werden müssen.

Was ist bei der Berliner Verwaltung passiert?

Am 17. August 2026 wurde bekannt, dass mehrere Berliner Landesbehörden von einem Cyberangriff betroffen sind. Nach den veröffentlichten Informationen waren unter anderem Bereiche der Stadtentwicklungs- beziehungsweise Bauverwaltung und der Verkehrsverwaltung betroffen. Betroffene Systeme wurden vorsorglich vom Berliner Landesnetz isoliert.

Zur Koordination der weiteren Maßnahmen wurde ein IKT-Notfallkrisenstab eingerichtet. Außerdem laufen Ermittlungen und technische Untersuchungen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war noch nicht abschließend bekannt, in welchem Umfang Systeme beeinträchtigt wurden, ob vertrauliche Daten abgeflossen sind oder welche Angriffsmethode eingesetzt wurde.

Aussagen über die konkrete Ursache oder den Angriffsweg wären deshalb derzeit Spekulation. Für Unternehmen ist jedoch bereits die mögliche Einschränkung von Internet, E-Mail oder zentralen Anwendungen relevant: Nicht nur ein Datenverlust kann problematisch sein. Schon die eingeschränkte Verfügbarkeit der IT kann den normalen Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen.

Quelle: Heise Online: „Cyberattacke auf Berliner Verwaltung: Ermittlungen laufen“

Warum ist der Vorfall auch für mittelständische Unternehmen relevant?

Die technischen Strukturen einer Landesverwaltung unterscheiden sich deutlich von denen eines mittelständischen Unternehmens oder einer Arztpraxis. Das grundlegende Problem ist jedoch vergleichbar.

Fast jedes Unternehmen benötigt heute IT-Systeme für zentrale Arbeitsabläufe. Dazu gehören beispielsweise E-Mail-Kommunikation, Dokumente, Warenwirtschaft, Buchhaltung, Patientendaten, Kanzleisoftware, Pflegeplanung oder der Zugriff auf gemeinsame Netzlaufwerke.

Fallen diese Systeme aus, können Mitarbeiter häufig nur eingeschränkt weiterarbeiten. IT-Sicherheit schützt deshalb nicht nur Daten. Sie dient auch dazu, die Arbeitsfähigkeit eines Unternehmens aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls zu begrenzen.

Welche IT-Sicherheitsmaßnahmen sollten Unternehmen überprüfen?

Eine einzelne Sicherheitssoftware kann ein Unternehmensnetzwerk nicht vollständig schützen. Sinnvoll ist ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, bei dem verschiedene Schutzmaßnahmen ineinandergreifen.

Zu den grundlegenden Maßnahmen gehören unter anderem Sicherheitsupdates, sichere Zugänge, Schutzmaßnahmen für E-Mail, Virenschutz beziehungsweise Endpoint-Schutz und Datensicherungen. Welche Maßnahmen konkret erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Infrastruktur, den eingesetzten Anwendungen und den betrieblichen Anforderungen ab.

Firewall: Netzwerkverkehr kontrollieren

Eine Firewall kontrolliert den Datenverkehr zwischen unterschiedlichen Netzwerken, insbesondere zwischen dem internen Unternehmensnetz und dem Internet. Sie kann unerwünschte Verbindungen blockieren und festlegen, welche Dienste überhaupt erreichbar sein sollen.

Für Unternehmen reicht es allerdings nicht, lediglich eine Firewall zu installieren. Entscheidend ist ihre Konfiguration. Regelwerke, VPN-Zugänge, freigegebene Dienste und vorhandene Sicherheitsfunktionen sollten regelmäßig überprüft werden. Nicht mehr benötigte Freigaben sollten entfernt und administrative Zugänge besonders geschützt werden.

Eine moderne Firewall ist damit ein wichtiger Baustein der Netzwerksicherheit, aber kein Ersatz für weitere Sicherheitsmaßnahmen.

Antivirus und Endpoint-Schutz

Antivirus-Software soll Schadprogramme auf Arbeitsplatzrechnern und Servern erkennen und deren Ausführung verhindern oder zumindest erschweren.

In Unternehmensumgebungen wird dieser klassische Virenschutz häufig durch zentral verwaltete Endpoint-Sicherheitslösungen ergänzt. Dadurch lassen sich Sicherheitsereignisse über mehrere Geräte hinweg überwachen und auffällige Aktivitäten schneller untersuchen.

Wichtig bleibt jedoch: Antivirus allein ist kein vollständiges IT-Sicherheitskonzept. Wenn beispielsweise ein öffentlich erreichbarer Dienst eine ungepatchte Sicherheitslücke enthält oder Zugangsdaten kompromittiert wurden, muss der Schutz bereits an anderen Stellen greifen.

Updates und Patchmanagement

Sicherheitsupdates gehören zu den grundlegenden Schutzmaßnahmen eines Unternehmensnetzwerks.

Das betrifft nicht nur Windows-Rechner und Server, sondern ebenso Firewalls, Router, VPN-Systeme, Anwendungen, NAS-Systeme und andere Netzwerkkomponenten.

Unternehmen sollten deshalb wissen, welche Systeme betrieben werden, wer für Updates verantwortlich ist und wie schnell sicherheitskritische Aktualisierungen installiert werden können.

Datensicherung: Entscheidend ist die Wiederherstellung

Eine Datensicherung beziehungsweise ein Backup erstellt zusätzliche Kopien wichtiger Unternehmensdaten. Sie soll ermöglichen, Daten nach einem technischen Defekt, Bedienfehler oder Sicherheitsvorfall wiederherzustellen.

Für Unternehmen ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Eine vorhandene Backup-Software bedeutet noch nicht automatisch, dass eine funktionierende Datensicherung vorhanden ist.

Backups sollten überwacht und Wiederherstellungen regelmäßig getestet werden. Außerdem sollte geprüft werden, ob ein Angreifer aus dem normalen Unternehmensnetz direkten Zugriff auf sämtliche Sicherungskopien erhalten könnte.

Ein Backup ist erst dann wirklich hilfreich, wenn die benötigten Daten im Ernstfall zuverlässig wiederhergestellt werden können.

Netzwerksegmentierung kann Auswirkungen begrenzen

Nicht jedes Gerät muss mit jedem anderen System im Unternehmen kommunizieren können.

Server, Arbeitsplatzrechner, Gäste-WLAN, Telefonanlage, Kameras, Produktionssysteme oder andere Geräte können je nach Umgebung voneinander getrennt werden. Diese sogenannte Netzwerksegmentierung kann dazu beitragen, die Ausbreitung eines Sicherheitsproblems innerhalb des Netzes zu begrenzen.

Welche Segmentierung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Infrastruktur und den Geschäftsprozessen ab. Besonders bei gewachsenen Netzwerken sollte deshalb regelmäßig geprüft werden, welche Systeme miteinander kommunizieren müssen und welche Verbindungen tatsächlich notwendig sind.

IT-Sicherheit beginnt mit einem Überblick über die eigene Infrastruktur

Viele Sicherheitsprobleme entstehen nicht durch das völlige Fehlen von Schutzmaßnahmen, sondern durch Lücken zwischen vorhandenen Systemen.

Eine Firewall kann vorhanden sein, aber veraltete Regeln enthalten. Eine Datensicherung kann täglich laufen, ohne dass jemals eine Wiederherstellung getestet wurde. Antivirus kann installiert sein, während einzelne Geräte nicht zentral überwacht werden.

Unternehmen sollten deshalb regelmäßig erfassen:

  • welche Server, Computer und Netzwerkgeräte eingesetzt werden,
  • welche Systeme von außen erreichbar sind,
  • ob Firewall und VPN aktuell und sinnvoll konfiguriert sind,
  • ob Antivirus beziehungsweise Endpoint-Schutz auf allen relevanten Systemen aktiv ist,
  • ob Sicherheitsupdates zeitnah eingespielt werden,
  • welche Administratorrechte und Benutzerkonten existieren,
  • ob Backups vollständig sind und Wiederherstellungen funktionieren.

Gerade für Kanzleien, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und mittelständische Unternehmen ist dabei nicht zwingend eine möglichst komplizierte Sicherheitsarchitektur erforderlich. Entscheidend ist, dass die eingesetzten Maßnahmen zur tatsächlichen IT-Umgebung passen und dauerhaft gepflegt werden.

FAQ: Häufige Fragen zur IT-Sicherheit in Unternehmen

Reicht eine Firewall für die IT-Sicherheit eines Unternehmens?

Nein. Eine Firewall ist ein wichtiger Bestandteil der Netzwerksicherheit, muss aber mit weiteren Maßnahmen wie Antivirus oder Endpoint-Schutz, Sicherheitsupdates, sicheren Benutzerkonten und Datensicherung kombiniert werden.

Braucht ein Unternehmen trotz Firewall noch Antivirus?

Ja. Firewall und Antivirus erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Firewall kontrolliert Netzwerkverbindungen, während Antivirus beziehungsweise Endpoint-Schutz Schadsoftware auf Endgeräten und Servern erkennen soll.

Wie wichtig ist eine Datensicherung bei Cyberangriffen?

Eine funktionierende Datensicherung kann entscheidend dafür sein, Daten nach einem Sicherheitsvorfall wiederherstellen zu können. Backups sollten regelmäßig erstellt, geschützt und durch Wiederherstellungstests überprüft werden.

Kann IT-Sicherheit einen Cyberangriff vollständig verhindern?

Eine vollständige Garantie gibt es nicht. Professionelle IT-Sicherheitsmaßnahmen sollen die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Angriffe reduzieren, Angriffe möglichst früh erkennen und mögliche Auswirkungen begrenzen.

Welche Systeme sollten regelmäßig überprüft werden?

Dazu gehören unter anderem Firewall, Server, Arbeitsplatzrechner, VPN-Zugänge, Backup-Systeme, Netzwerkgeräte, Benutzerkonten und eingesetzte Software. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Infrastruktur ab.

Fazit: IT-Sicherheit muss vor dem Sicherheitsvorfall funktionieren

Der Cyberangriff auf Teile der Berliner Verwaltung zeigt, welche praktische Bedeutung die Verfügbarkeit von IT-Systemen hat. Wenn Netzwerkzugänge, E-Mail oder zentrale Anwendungen nicht mehr nutzbar sind, kann der Geschäftsbetrieb schnell eingeschränkt werden.

Für Unternehmen bedeutet das: Firewall, Antivirus beziehungsweise Endpoint-Schutz, Patchmanagement und Datensicherung sollten nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist ein abgestimmtes Sicherheitskonzept für das gesamte Netzwerk.

Als IT-Systemhaus unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre bestehende IT-Infrastruktur zu überprüfen, Schwachstellen zu erkennen und Netzwerke sinnvoll abzusichern. Dazu können unter anderem die Prüfung und Konfiguration von Firewalls, Endpoint-Schutz, Backup- und Datensicherungskonzepten sowie die Absicherung von Servern, Arbeitsplätzen und Netzwerkzugängen gehören.

Ziel ist nicht das unrealistische Versprechen, jeden Cyberangriff verhindern zu können. Ziel ist eine IT-Umgebung, die Angriffsflächen reduziert, Sicherheitsvorfälle möglichst früh erkennt und im Ernstfall die Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb begrenzt.

Ihr Netzwerk besser absichern

Wir unterstützen Sie dabei, Firewall, Antivirus/Endpoint-Schutz, Datensicherung und die vorhandene Netzwerkstruktur zu prüfen und sinnvoll aufeinander abzustimmen, damit das Risiko vergleichbarer Ausfälle in Ihrem Unternehmen reduziert wird.

Sie möchten Ihre IT-Sicherheit prüfen lassen? Rufen Sie uns an unter 0211 9779958 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Über den Autor

Klaus Stüber – Geschäftsführer & IT-Sicherheitsexperte. Er leitet das IT-Systemhaus Stüber Computer in Düsseldorf seit 1992. Schwerpunkte: IT-Sicherheit, DATEV-Systembetreuung und Netzwerktechnik. Fragen? Kontakt aufnehmen.

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