Infografik: DATEV-Programme 20.0 und Supportende Windows Server 2016 & Office 2021 – Zeitplan 2026/2027 mit IT-Checkliste

DATEV-Programme 20.0: Supportende für Windows Server 2016 und Office 2021

Die DATEV-Programme 20.0 bringen für Kanzleien und Unternehmen wichtige technische Veränderungen. Gleichzeitig endet in den kommenden Monaten der Support für Microsoft Office 2021 und Windows Server 2016.

Wer eine dieser Plattformen einsetzt, sollte die vorhandene IT-Umgebung jetzt prüfen. Eine frühzeitige Planung erleichtert die Abstimmung mit DATEV, weiteren Fachanwendungen und den betrieblichen Abläufen. Dieser Beitrag erklärt die relevanten Termine, ihre praktische Bedeutung und die notwendigen Vorbereitungsschritte.

Stand der Angaben: 24. Juli 2026. Herstellertermine und Systemvoraussetzungen können sich ändern und sollten vor einer konkreten Umsetzung erneut geprüft werden.

DATEV-Programme 20.0: Was ändert sich?

DATEV stellt das Haupt-Release DATEV-Programme 20.0 im August 2026 zum Abruf aus dem DATEV-Rechenzentrum bereit. Das Release ist Voraussetzung für alle DATEV-Programmversionen, die ab dem 1. Oktober 2026 veröffentlicht werden.

Unternehmen und Kanzleien sollten das Update deshalb nicht isoliert als gewöhnliche Programmaktualisierung betrachten. Vor der Installation muss geprüft werden, ob die eingesetzten Betriebssysteme, Office-Versionen und ergänzenden Anwendungen weiterhin unterstützt werden.

DATEV empfiehlt außerdem, vor der Installation alle verfügbaren Windows-Updates einzuspielen und das vorhandene Sicherungskonzept zu kontrollieren. Bei der laufenden Pflege dieser Themen unterstützt eine erfahrene DATEV-Systembetreuung.

Was ist ein Haupt-Release?

Ein Haupt-Release ist eine größere neue Programmversion. Es bildet die technische Grundlage für nachfolgende Updates und kann geänderte Systemvoraussetzungen mit sich bringen.

Wird das Haupt-Release nicht rechtzeitig installiert, können spätere DATEV-Updates unter Umständen nicht mehr eingespielt werden. Die konkrete Auswirkung hängt von der jeweiligen DATEV-Umgebung und den eingesetzten Anwendungen ab.

Die wichtigsten Supporttermine im Überblick

Für die Planung sind insbesondere drei Punkte relevant:

  • August 2026: Die DATEV-Programme 20.0 werden zum Abruf bereitgestellt.
  • 13. Oktober 2026: Der Microsoft-Support für Office 2021 und Office LTSC 2021 endet.
  • 12. Januar 2027: Der erweiterte Microsoft-Support für Windows Server 2016 endet.

Zusätzlich beendet DATEV seine Support- und Beratungszusage für Windows Server 2016 mit der Jahreswechsel-Version 2026/2027 der DATEV-Programme 20.0.

Supportende von Microsoft Office 2021

Microsoft beendet den Support für Office 2021 am 13. Oktober 2026. Dies betrifft unter anderem die Editionen Home and Business, Home and Student und Professional. Die offiziellen Termine lassen sich in der Microsoft-Lifecycle-Datenbank nachschlagen.

Für Office LTSC 2021, das häufig in Unternehmen als dauerhaft lizenzierte Office-Version eingesetzt wird, endet der Support ebenfalls am 13. Oktober 2026.

DATEV unterstützt Microsoft Office 2021 nach eigenen Angaben bis zu den DATEV-Programmen 20.0 vom August 2026. Unternehmen, die DATEV-Funktionen in Verbindung mit Word, Excel oder Outlook nutzen, sollten ihre Office-Planung daher mit der DATEV-Updateplanung abstimmen.

Was bedeutet das Supportende von Office 2021?

Das Supportende bedeutet nicht zwangsläufig, dass Word, Excel oder Outlook am folgenden Tag nicht mehr starten. Die Programme können technisch zunächst weiter funktionieren.

Die Version befindet sich anschließend jedoch außerhalb des regulären Hersteller-Supports. Microsoft stellt für Office LTSC 2021 nach dem Stichtag keine Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und keinen technischen Support mehr bereit.

Für Unternehmen ist daher nicht nur die technische Funktionsfähigkeit entscheidend. Zu prüfen sind auch die Sicherheit, die Kompatibilität mit Fachanwendungen und die Anforderungen der eigenen IT-Richtlinien.

Supportende von Windows Server 2016

Der erweiterte Support für Windows Server 2016 endet am 12. Januar 2027. Der Termin gilt unter anderem für die Editionen Standard, Datacenter und Essentials.

DATEV beendet seine Support- und Beratungszusage für Windows Server 2016 bereits im Zusammenhang mit der Jahreswechsel-Version 2026/2027 der DATEV-Programme 20.0. Als Begründung nennt DATEV das Microsoft-Supportende und den Wegfall weiterer Sicherheitsupdates.

Warum ist ein nicht mehr unterstützter Server problematisch?

Ein Server stellt häufig zentrale Dienste für mehrere Arbeitsplätze bereit. Darauf können DATEV-Komponenten, Benutzerkonten, gemeinsame Dateien, Datenbanken, Druckdienste oder weitere Fachanwendungen betrieben werden.

Fehlen Sicherheitsupdates, können neu erkannte Schwachstellen möglicherweise nicht mehr über reguläre Herstellerupdates geschlossen werden. Gleichzeitig kann die Unterstützung durch Softwarehersteller eingeschränkt sein, wenn eine Anwendung auf einem nicht mehr freigegebenen Betriebssystem läuft.

Für Kanzleien, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und andere Unternehmen mit sensiblen Daten ist deshalb eine nachvollziehbare und planbare Umstellung sinnvoll – etwa im Rahmen einer laufenden Serverbetreuung. Ob zusätzlich vertragliche, regulatorische oder versicherungsbezogene Anforderungen bestehen, muss im jeweiligen Einzelfall geprüft werden.

Welche Unternehmen müssen jetzt handeln?

Handlungsbedarf besteht insbesondere, wenn mindestens eine der folgenden Komponenten eingesetzt wird:

  • Windows Server 2016 auf einem physischen oder virtuellen Server
  • Microsoft Office 2021 oder Office LTSC 2021
  • DATEV-Programme in Verbindung mit lokalen Office-Anwendungen
  • weitere Fachsoftware, die an das vorhandene Serverbetriebssystem gebunden ist

Dabei sollte nicht nur auf den sichtbaren Server oder den eigenen Arbeitsplatz geschaut werden. Auch Terminalserver, virtuelle Maschinen, Außenstellen und selten verwendete Rechner können betroffen sein.

Wie sollte die Umstellung vorbereitet werden?

1. Bestand vollständig erfassen

Zunächst muss geklärt werden, welche Server, Arbeitsplätze, Betriebssysteme und Office-Versionen tatsächlich im Einsatz sind. Dazu gehören auch Lizenzinformationen, installierte DATEV-Komponenten und weitere Fachanwendungen.

2. Abhängigkeiten prüfen

Ein Serverwechsel betrifft meist mehr als das Betriebssystem. Zu prüfen sind beispielsweise Benutzerrechte, Datenbanken, Schnittstellen, Drucker, Scanner, Datensicherungen und angebundene Programme.

Bei Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen können zusätzlich Praxis-, Pflege- oder Abrechnungssysteme betroffen sein. In Kanzleien sind insbesondere DATEV-Komponenten und Office-Integrationen zu berücksichtigen.

3. Unterstützte Zielumgebung festlegen

Die neue Server- und Office-Plattform sollte anhand der zum Umstellungszeitpunkt gültigen DATEV-Systemvoraussetzungen ausgewählt werden. DATEV stellt dafür technische Informationen und Prüfwerkzeuge wie den DVSystemCheck bereit.

Auch die Freigaben anderer Softwarehersteller müssen berücksichtigt werden. Die technisch neueste Version ist nicht automatisch für jede Fachanwendung geeignet.

4. Datensicherung und Wiederherstellung prüfen

Vor Änderungen muss eine aktuelle Datensicherung vorhanden sein. Entscheidend ist nicht nur, dass Sicherungen erstellt werden, sondern auch, dass sich die Daten zuverlässig wiederherstellen lassen.

DATEV weist ausdrücklich darauf hin, das Sicherungskonzept sowohl bei Neuinstallationen als auch bei Aktualisierungen zu kontrollieren.

5. Migration testen und Wartungsfenster planen

Die Umstellung sollte möglichst vor dem produktiven Einsatz getestet werden. Dazu gehören die Anmeldung der Benutzer, der Zugriff auf DATEV, die Office-Anbindung, Druckvorgänge, Schnittstellen und die Datensicherung.

Für die eigentliche Migration sollte ein Wartungsfenster festgelegt werden. Zusätzlich empfiehlt sich ein dokumentierter Rückfallplan für den Fall, dass eine wichtige Anwendung in der neuen Umgebung nicht wie vorgesehen funktioniert.

Häufige Fragen: DATEV-Programme 20.0 und Supportende

Wann erscheinen die DATEV-Programme 20.0?

Die DATEV-Programme 20.0 sollen im August 2026 zum Abruf aus dem DATEV-Rechenzentrum bereitstehen. Sie sind Voraussetzung für DATEV-Programmversionen, die ab dem 1. Oktober 2026 veröffentlicht werden.

Wann endet der Support für Office 2021?

Der Microsoft-Support für Office 2021 und Office LTSC 2021 endet am 13. Oktober 2026.

Kann Office 2021 nach dem Supportende weiterverwendet werden?

Die Programme werden nicht automatisch deaktiviert. Der weitere Einsatz erfolgt jedoch außerhalb des regulären Hersteller-Supports. Bei Office LTSC 2021 entfallen unter anderem Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und technischer Support.

Wann endet der Support für Windows Server 2016?

Der erweiterte Microsoft-Support endet am 12. Januar 2027. Die DATEV-Support- und Beratungszusage endet mit der Jahreswechsel-Version 2026/2027 der DATEV-Programme 20.0.

Muss der Server vor der Installation von DATEV 20.0 ersetzt werden?

Nicht in jedem Fall. Entscheidend sind die eingesetzte Plattform, der Zeitpunkt der Installation und die weitere Updateplanung. Da die Unterstützung für Windows Server 2016 endet, sollte eine Migration jedoch rechtzeitig vorbereitet werden.

Welche Office- oder Serverversion ist die richtige?

Das hängt von der vorhandenen Infrastruktur, den Lizenzen und den eingesetzten Fachanwendungen ab. Vor einer Entscheidung müssen die aktuellen DATEV-Systemvoraussetzungen und die Freigaben aller beteiligten Hersteller geprüft werden.

Fazit: DATEV-Programme 20.0 und Plattformwechsel gemeinsam planen

Die DATEV-Programme 20.0, das Supportende von Office 2021 und das Supportende von Windows Server 2016 liegen zeitlich nah beieinander. Unternehmen sollten diese Themen daher gemeinsam betrachten. Wie schon bei der Abschaltung der DATEV-Mandantenverwaltung im Rechenzentrum gilt: Wer frühzeitig plant, vermeidet Zeitdruck kurz vor dem Stichtag.

Eine Bestandsaufnahme zeigt, welche Systeme betroffen sind und welche Abhängigkeiten bestehen. Darauf aufbauend lassen sich eine geeignete Zielumgebung, ein realistischer Zeitplan und ein abgesichertes Migrationsverfahren festlegen.

Ein IT-Systemhaus kann dabei die technische Prüfung, die Abstimmung mit den eingesetzten Fachanwendungen sowie die Vorbereitung und Durchführung der Migration übernehmen. Ziel sollte eine unterstützte, dokumentierte und im laufenden Betrieb verlässlich nutzbare IT-Umgebung sein.

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Über den Autor

Klaus Stüber – Geschäftsführer & IT-Sicherheitsexperte. Er leitet das IT-Systemhaus Stüber Computer in Düsseldorf seit 1992. Schwerpunkte: IT-Sicherheit, DATEV-Systembetreuung und Netzwerktechnik. Fragen? Kontakt aufnehmen.

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